Welche Arten von DMS gibt es?
Dokumentenmanagement-Systeme gibt es in verschiedenen Ausprägungen, die sich durch spezifische Leistungsmerkmale voneinander unterscheiden. Auf dem DMS-Markt bieten eine Vielzahl von Unternehmen diese unterschiedlichen Systeme an, was zu einem großen und unübersichtlichen Angebot führt. Das richtige Dokumentenmanagement-System zu finden, ist daher nicht immer einfach. Aus diesem Grund sollten sich Unternehmen vor der Einführung eines DMS darüber im Klaren sein, welche Art von Softwarelösung für die digitale Verwaltung von Dokumenten für sie infrage kommt.
Dabei geht ein Dokumentenmanagement-System über die reine Verwaltung und Bearbeitung von PDF-Dateien hinaus und lässt sich grundsätzlich in 3 verschiedene Bereiche unterteilen:
1. Open Source DMS
Den einfachsten Einstieg in das Thema „Elektronisches Dokumentenmanagement“ bieten sogenannte Open Source Dokumentenmanagement-Systeme. Open-Source-Software ist in der Regel kostenlos und zeichnet sich häufig durch eine einfache und intuitive Bedienbarkeit aus. Die Bereitstellung der gespeicherten Dokumente erfolgt in der Regel webbasiert.
Der Nachteil dieser Variante ist jedoch, dass Open-Source-Software nur eine abgespeckte Version eines hochfunktionalen DMS darstellt und nicht alle Funktionen bietet, die für die komplexen Geschäftsprozesse eines Unternehmens notwendig sind.
2. On-Premises
Mit On-Premises-Software verfügt ein Unternehmen über ein voll funktionsfähiges DMS im eigenen Haus. Dabei wird die Software, in diesem Fall das DMS, als Lizenzmodell erworben und auf eigenen Servern in eigener Verantwortung gehostet oder in ein externes Rechenzentrum ausgelagert. Der Vorteil liegt in der lokalen Nutzung der Software. Das DMS läuft nicht auf der Hardware des Anbieters.
Der Nachteil ist jedoch, dass die Lizenzgebühren sehr hoch sein können und eine hohe Einmalzahlung für die Einführung des DMS fällig wird. Auch die Wartungsgebühren sind nicht zu vernachlässigen. Zudem schränkt der hohe Individualisierungsgrad der Systeme die Updatefähigkeit stark ein und ist mit hohen Kosten verbunden. On-Premises gilt heute allgemein als veraltet und auch die Anzahl der Anbieter sinkt stetig.
3. SaaS
Das Pendant zu On-Premises ist Cloud-Computing. Nach dem Motto „Software as a Service“ (SaaS) wird die Software (hier das DMS) nur als Dienstleistung angeboten und genutzt. Das bedeutet, dass sowohl die Software als auch die notwendige IT-Infrastruktur beim Anbieter liegen. Zudem befindet sich der Speicherort nicht mehr lokal auf einem Server, sondern in der Cloud.
Der Vorteil liegt unter anderem darin, dass alle Wartungsarbeiten und die gesamte Betriebsverantwortung beim Dienstleister liegen. Auch die Kosten sind deutlich geringer als bei On-Premises-Lösungen, da lediglich eine von der Anzahl der Nutzer abhängige monatliche Gebühr anfällt und keine teuren Lizenzkosten im Voraus bezahlt werden müssen. Das gesamte Risiko liegt somit beim Anbieter und nicht beim Kunden. Ein weiterer Vorteil von Cloud-Software ist die gute Verfügbarkeit, d.h. es kann jederzeit und von überall auf die Dokumente im DMS zugegriffen werden, unabhängig vom Endgerät. Benötigt werden lediglich ein Internetzugang und ein Webbrowser.
Neben den geringeren Kosten ist der wohl größte Vorteil, dass Cloud-Software sehr hohen Sicherheitsrichtlinien unterliegt. Häufig bestehen noch Zweifel an der Gewährleistung der Datensicherheit, weshalb viele Unternehmen nach wie vor von ihren On-Prem-Lösungen überzeugt sind. Diese Zweifel sind jedoch in der Regel unberechtigt, da sich die Anbieter ihrer Verantwortung für die Kundendaten sehr bewusst sind und die Sicherheitsstandards im SaaS-Modell dadurch mittlerweile besonders hoch sind.
In den letzten Jahren hat der Markt für Cloud Computing erheblich an Bedeutung gewonnen. SaaS bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile gegenüber On-Premises- oder Open-Source-Lösungen. Insbesondere die Reduzierung von IT-Komplexität und -Kosten sind hier hervorzuheben. Diese Vorteile haben viele Unternehmen dazu bewogen, den Umstieg auf SaaS zu erwägen.