SharePoint 2016 und die Hybrid-Cloud: Sicherheit, Kosten und Resourcen

Die Cloud macht unsicher. Viele Unternehmen, vor allem die Großen, tun sich bisher schwer mit der Umstellung und halten lieber an ihren Server-Lösungen fest. Gerade in Sicherheitsfragen vertrauen sie eher auf On-premise, als auf Cloud-Lösungen. Kontrollverlust über die eigenen Daten (73 Prozent), interne und externe Hackerangriffe (71 Prozent) und die eigene Unwissenheit über die vorhandenen Risiken (89 Prozent) sind nach einer aktuellen Studie der Nationalen Initiative für Informations- und Internetsicherheit (NIFIS) die Hauptgefahren die deutsche Unternehmen beim Cloud Computing vermuten.

Out of the Cloud? Eher unwahrscheinlich. Denn keine Cloud, das ist klar, ist auch keine Lösung. Experten warnen gar „mittelständische Unternehmen, die mittelfristig nicht auf die „Dritte Plattform“ (Cloud, Big Data, Mobile) setzen, verpassen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil“ (zum Bericht). Das will natürlich auch keiner.

Eine Welt im Zwiespalt: „Verdammt ich lieb dich, ich lieb dich nicht. Verdammt ich brauch dich, ich brauch dich nicht“, ein Klassiker der deutschen Musik hält Einzug in die moderne IT. Ein (schlechter) Scherz? Naja, so halb. Denn die Lyrics die Matthias Reim einst für eine Frau schrieb, passen heute genauso gut zu jeder Kommentarleiste, jedem Forumsbeitrag und jeder Diskussion über „die Cloud“.

So viel zu den Emotionen. Doch was sagen die Fakten? Ist es wirklich sicherer die eigenen Daten „im Keller“ zu lagern, als sie in die Cloud zu geben? Martina Grom, Michael Greth und Samuel Zürcher  kommen im ClubOffice365 Podcast nicht zu diesem Ergebnis. Groms Meinung nach ist es in vielen Fällen sogar sicherer Dienste wie Office365 in Anspruch zu nehmen: „Man darf das nicht verwechseln, dass der Datenstandort gleichzeitig Datensicherheit ist“ sagt sie. Ein Fehler den jedoch viele begehen, wenn sie Kontrolle mit Sicherheit gleichsetzen. Dabei verfügten nach der Meinung von SharePoint MVP Zürcher  gerade Mittelständische Unternehmen oftmals eben nicht über bessere oder überhaupt gleichwertig gute Sicherheitssysteme wie Microsoft. Zudem sei on-premises langfristig kein tragbares Modell für zukunftsorientierte Unternehmen. Die Zukunft, so stellt der Podcast klar, heisst Hybrid.

Eine Meinung die spätestens seit der MS_Ignite viele mit ihm teilen. Auf der diesjährigen mega Convention bezog Microsoft vor den tausenden IT-Pro’s, Entwicklern und Interessierten, die zu dem riesen Event nach Chicago gepilgert waren und/oder gebannt vorm heimischen PC die Live Streams verfolgten, klar Position. Die Message: Die Cloud kommt, die Server bleiben. Ein wichtiger Schritt, auch für SharePoint Nutzer.

Denn das einst als Revolution im Bereich Datenmanagement gefeierte System hatte bei vielen Fans und Unternehmen für Unruhe gesorgt. Nicht weil etwas aktiv gegen SharePoint sprach, nein, im Gegenteil, hauptsächlich weil kaum noch wer über SharePoint sprach. Nicht bloß wurde das lang ersehnte Release-Datum für die 2016er Version seitens Microsoft immer wieder verschoben, auch dominierte Office365 zunehmend auffälliger das offizielle Firmenvokabular. War Microsoft tatsächlich dabei SharePoint on-premises still und heimlich auszuhungern, damit alle zwangsläufig in die Cloud wechseln mussten? „Mobile first, Cloud-first“ lautet die offizielle Microsoft Devise. Die Cloud kommt, die Cloud hat Priorität. Eine Aussage bei der Satya Nadella auch bei seinen Eröffnungsworten zur MS_Ignite blieb. Doch in die Cloud gezwungen werden, das wurde klar, wird keiner. Die Kurs-Korrektur von Microsoft lautet Hybrid-Cloud. Die Cloud kommt. On-premise lebt. Eine Message die von Office-Managerin Julia White in ihrem Talk nachdrücklich ausgeführt wurde. An den „Verschwörungstheorien“ Microsoft würde nicht weiter in Server-Lösungen investieren sei nichts, aber auch gar nichts dran. Die Nutzer brauchten ihre Server und auch Microsoft bräuchte weiterhin Server-Lösungen. Zumindest zum Teil. „SharePoint On-premises wird uns noch für eine sehr lange Zeit begleiten. Das ist die Realität. Das ist der Grund warum wir so stark in Hybrid investieren“, stellte White klar.

Alles bleibt anders also. Den Unternehmen gefällt das und damit auch Microsoft. Hybrid wird auf allen Ebenen gefördert. Die nächste Version von SharePoint wird deshalb auch nicht nur die robusteste, sicherste und am häufigsten getestete Version von SharePoint werden, SharePoint 2016 soll auch am leichtesten in ein Hybrid-System umzuwandeln sein.

Es wird viel in Arbeit seitens Microsoft investiert um den Umstieg in die Cloud für Unternehmen nicht nur angenehmer, sondern auch nachhaltiger zu gestalten. Und so ist der Erfolg hybrider Lösungsmodelle kaum verwunderlich. Bereits 82 Prozent aller Betriebe Hybrid-Cloud-Strategien installiert und 55 Prozent berichten, dass zwar viele ihrer Anwendungen noch nicht in der Cloud sind, aber bereits mit Cloud-freundlichen Architekturen erstellt wurden (mehr Infos). Doch was ist denn nun mit den Kosten? Hybride Systeme, zeigt eine Studie des Züricher Cloud Consulting Unternehmens „AskMeWhy“ auf, zahlen sich auch für die Unternehmen aus:

„Da bei dieser Variante (Hybrid-Cloud Anm.d.R.) der Grossteil gemietet anstatt gekauft wird, reduzieren sich die Kosten für die lokale Infrastruktur und für die Beschaffung von Software. Die Mietkosten steigen. Die Komplexität der lokalen IT-Infrastruktur wird durch den Einsatz von Cloud Services reduziert, wodurch die Dienstleistungskosten durch Externe abnehmen – das IT-Team kann mehr selbst machen. Der Aufwand der internen IT-Abteilung nimmt ab, da Standardservices wie Mail, Daten oder Office nicht mehr selbst betrieben und automatisch aktualisiert werden“.

Die Hybrid-Cloud: Ein Modell, das sich für alle lohnt. Ein Modell, das sich halten wird.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.